Geschlechterdimensionen von rechts

 

Ein komplementäres Geschlechterverhältnis, in dem Mann und Frau ihre angeblich naturgegebenen Aufgaben und Rollen  erfüllen, ist traditionell fester Bestandteil extrem rechten Gedankengutes. Zentrales Ziel dabei ist der Erhalt des »deutschen Volkes«. Auch vereinzelte Denkansätze für mehr Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern werden letztlich dem Gedanken der »Volksgemeinschaft« untergeordnet.

In diesem Forschungsprojekt wird analysiert, welche Erscheinungsformen und Funktionen die  Kategorie Geschlecht (Geschlechterrollen und -verhältnisse, Konstruktionen, Lebensentwürfe, Handlungsfelder) in der extremen Rechten haben und wie diese mit gesellschaftlichen Diskursen korrespondieren, die fließende Übergänge zum extrem rechten Gedankengut ermöglichen.

Ansprechpartnerinnen: Dipl.-Soz.päd. Isolde Aigner/Dipl-Soz.päd Adelheid Schmitz

 

Publikationen (Auswahl):

Aigner, Isolde (2008): Multiplikatorinnen rechten Gedankenguts. In: Wir Frauen- das feministische Blatt 02/2008, S.9-10.

Aigner, Isolde (2008): Neokonservative Einflussnahme auf den öffentlichen Diskurs um das weibliche Rollenbild (unveröffentlichte Diplomarbeit)

Schmitz, Adelheid (2010): »Walküren, Mädels, Mütter« – Frauen und Rechtsextremismus, in: Berghahn, Sabine & Schultz, Ulrike (Hrsg.): Rechtshandbuch für Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte, Hamburg: Verlag Das Höfer

Virchow, Fabian (2010): »Für Volk, Vaterland und Familie« – Männlichkeitskonstruktionen in der extremen Rechten der Gegenwart, in: Claus, Robert & Lehnert, Esther & Müller, Yves (Hrsg.): »Was ein rechter Mann ist…« Männlichkeiten im Rechtsextremismus. Berlin: Karl Dietz Verlag: 39-52

Autonome Nationalisten

Die »Autonomen Nationalisten« sind Ausdruck einer stilistischen Modernisierung des neonazistischen Lagers der extremen Rechten. Mit der provokativen Selbstbezeichnung wird auch auf die linken Autonomen und deren häufig militantes Selbstverständnis Bezug genommen. Im Rahmen des Projektes wurde das Phänomen einer fundierten Untersuchung unterzogen. Die Forschungsergebnisse wurden in Form eines Sammelbandes veröffentlicht, der die erste umfassende Untersuchung zu diesem Modernisierungstrend in der neonazistischen Szene darstellt. In zahlreichen Gremien und Einrichtungen gegen Rechtsextremismus in Nordrhein-Westfalen sind die Forschungsergebnisse vorgestellt und Handlungsmöglichkeiten im Umgang mit diesem Phänomen erörtert worden.

In Kooperation mit Dipl.-Sozialwissenschaftler Jan Schedler (Fakultät für Sozialwissenschaft der Ruhr-Universität Bochum)

Ansprechpartner: Dipl.-Soz.wiss. Alexander Häusler

 

Publikation:

Jan Schedler & Alexander Häusler (Hrsg.) (2011): Autonome Nationalisten. Neonazismus in Bewegung. Wiesbaden: Verlag für Sozialwissenschaften

Schöne, heile Welt? Biomedizin und Normierung des Menschen

Christian Mürner, Adelheid Schmitz, Udo Sierck (Hg.)
Hamburg, Berlin 2000

Der Wunsch nach einer leidfreiem Leben ist ein alter Menschheitstraum. Versuche, den Traum in Realität zu überführen, endeten im Alptraum und gingen in der Regel mit sozialrassistischen Denkweisen und Praktiken einher. Biomedizin und Biotechnologie gelten als Geschäft des neuen Jahrhunderts. Geburt, Gesundheit und Sterben geraten immer mehr unter ihre Kontrolle. Biologische Normierungen treten an die Stelle der Sozialpolitik.
Dieser Sammelband problematisiert die aktuellen Visionen von Menschen nach Maß und die mit ihnen verknüpften Ausschlußkriterien. Er enthält kritische Überlegungen zur politischen Ökonomie der Biomedizin sowie den sie begleitenden Ethikdiskursen und zeigt die Ambivalenz des zunehmend bemühten Begriffs der „Selbstbestimmung“.

Inhalt:
Christian Mürner, Adelheid Schmitz, Udo Sierck: Vorwort.

Politische Ökonomie und Visionen der Biomedizin
Ludger Weß: Der >neue Mensch< als Ware. Von der Zwangseugenik zur Konsumeugenik
Linus S. Geisler: Schamlose Schöpfer. Über die Träume und Visionen von Biowissenschaftlern
Rainer Hohlfeld: Das Zeitalter von >Genomics<. Zur politischen Ökonomie der molekularen Medizin.
Ingrid Schneider: Die Vergesellschaftung des Leibes. Verteilungs(un)gerechtigkeit in der Transplantationsmedizin.

Menschen nach Maß – Fremdbestimmung als Selbstbestimmung?
Udo Sierck: Fitnesswahn und Ausgrenzung.
Gerlef Gleiss: Behinderte Menschen – Selbstbestimmung = weniger soziale Absicherung?
Karin Griese: Kind nach Maß? Frauen und pränatale Diagnostik
Arnold Köpcke-Duttler: Fremdnützige Forschung an behinderten Menschen. Ein aktuelles Beispiel.

Zwischen Sterbegleitung und >Euthanasie<
Michael Bentfeld: Zu den Grundsätzen der ärztlichen Sterbebegleitung. Welche Auswirkungen haben sie in der Neugeborenenmedizin?
Chris Rutenfrans: Medizinische Lebensbeendigung in den Niederlanden. Erfahrungen mit praktizierter >Euthanasie<.
Erika Feyerabend: Sterben heute: Gedanken zur Euthanasie-Debatte in der Bundesrepublik.

Bioethik und gesellschaftliche Akzeptanz
Kathrin Braun: Kann man über alles reden? Bioethik und demokratischer Diskurs.

Spuren der Vergangenheit …

Ria Proske / Adelheid Schmitz (Hg.)
Münster 1998

Ausgewählte Jugendbücher über Nationalsozialismus und Neonazismus.

Dieses kommentierte Verzeichnis von 175 (Jugend)Büchern bietet Pädagogen, Eltern und Jugendlichen literarische Anregungen für die Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus und seinen Folgen bis heute. Die hier ausgewählten und kommentierten Biographien, Romane, Erzählungen und Sachbücher vermitteln nicht nur historische Daten oder Sachinformationen, sondern lenken den Blick auf die Schicksale einzelner Menschen.

Das Handbuch mit konkreten Lesetips, Altersempfehlungen, didaktischen Hinweisen und einem thematischen Verzeichnis bietet Entscheidungshilfen für die historisch-politische Bildung innerhalb und außerhalb der Schule. Dieses Nachschlagewerk erleichtert die Suche nach geeigneter (Jugend)Literatur zu Themen wie Alltag im Nationalsozialismus, Verfolgung, Ghetto, Konzentrationslager, Exil, Überleben, Widerstand, Nachwirkungen und Folgen, Neonazismus und Rassismus.
Die hier empfohlenen Bücher können die Unterrichtsmaterialien zur historisch-politischen Bildung ergänzen oder ganz einfach Eltern und Jugendliche zum Lesen anregen.

Diese Sammlung entstand 1987 als Projekt des Vereins “Beratung und Weiterbildung in der Friedensarbeit e.V.” an der FH Düsseldorf, erarbeitet von Prof. Christiane Rajewsky, Ria Proske und Adelheid Schmitz.

Betrifft: „Aktion 3“: Deutsche verwerten jüdische Nachbarn.

Wolfgang Dreßen
Berlin 1998

Dokumente zur Arisierung, ausgewählt und kommentiert von Wolfgang Dreßen.

Die „Endlösung der Judenfrage“ war gründlich vorbereitet: weder das staatliche Gewaltmonopol noch die bürgerliche Ordnung wurden angetastet. Vor der Deportation teilte der zuständige Regierungspräsident jedem Juden, Erwachsenen wie Kindern, mit, daß ihr Besitz legal dem Staat „verfällt“.
Die von den Nazis mit der Verwaltung des jüdischen Besitzes betrauten Ämter haben „präzise“ gearbeitet, wie Tausende Akten der Oberfinanzdirektion Köln belegen, von denen der Historiker Wolfgang Dreßen exemplarische Dokumente für dieses Buch ausgewählt hat. Die Wohnungen wurden geräumt und neu vermietet. Immobilien taxiert und veräußert. Die IG-Farben erwarben einen jüdischen Friedhof, Schulen kauften Möbel, die Universität Bonn Bücher, „arische Nachbarn“ Teppiche, Wäsche, Kartoffeln. Speditionen verdienten am Transport von „Juden-Mobiliar“ aus Belgien, Holland oder den besetzten Gebieten in Frankreich, das in der Kölner Messehallen und anderswo versteigert wurde. Ausgebombte Familien kamen so preiswert wieder zu Tisch und Bett. Aus den Quittungen ging eindeutig hervor, daß es sich um „Eigentum des Juden / der Jüdin / verschiedener Juden“ handelte, doch offenbar hatte niemand Skrupel bei den „legalen Geschäften“.
Als wenige Überlebende nach dem 8. Mai 1945 Wiedergutmachung forderten, wiesen oft dieselben Beamten ihre Ansprüche zurück.
Diese Dokumentation stellt die herkömmliche Erinnerungskultur zum Thema „Holocaust“ in Frage und erzwingt neues Nachdenken über die Rechtmäßigkeit einer Legalität und eines Profitstrebens, die in Kauf nehmen, daß Menschen restlos verwertet werden.

Rechtsgrundlagen zur Bekämpfung des Rechtsextremismus und Neonazismus

Arbeitsstelle Neonazismus (Hrsg.)
Düsseldorf 1994

Schriftenreihe der Fachhochschule Düsseldorf 9. (vergriffen)

Für alle, die in ihrer Berufspraxis oder auch im privaten Bereich mit rechtsextremistischen Aktivitäten oder Aussagen konfrontiert sind, stellt sich die Frage, wie sie darauf direkt und kurzfristig reagieren können. Die bereits vorhandenen Gesetze und Rechtsvorschriften ermöglichen in vielen Fällen auch juristische Schritte.

Die vorliegende Sammlung informiert deshalb über Gesetze und Bestimmungen, die in der Bundesrepublik dazu verpflichten bzw. die es ermöglichen, gegen rechtsextremistische und neonazistische Aktivitäten juristisch vorzugehen. Sie sind nach verschiedenen Rechtsbereichen (Verfassungs-, Versammlungs-, Presse-, Straf-, Zivilrecht usw.) zusammengestellt und kommentiert. Fallbeispiele und einschlägige Gerichtsurteile mit Fundstellen verdeutlichen die juristische Praxis. Der Ratgeber bietet auch juristischen Laien eine Orientierung, welche allgemeinen und speziellen Rechtsgrundlagen für den Umgang mit dem Rechtsextremismus und Neonazismus existieren und welche Möglichkeiten bzw. Schwierigkeiten sich bei der praktischen Anwendung ergeben.

Was die Rechten lesen : Fünfzig rechtsextreme Zeitungen. Ziele, Inhalte, Taktik.

Astrid Lange
München 1993

Von den mehr als 130 bestehenden rechtsextremen Periodika werden hier fünfzig beschrieben und analysiert. Deren Autoren bilden trotz unterschiedlicher Partei- und Gruppenzugehörigkeit ein Netzwerk in der Absicht, in Deutschland wieder ein „politisches Klima im nationalistischen Sinne“ zu schaffen. Die Gesamtauflage der hier behandelten Presseorgane geht in die Millionen.

Wegzeichen. Initiativen gegen Rechtsextremismus und Ausländerfeindlichkeit.

Christiane Rajewsky / Adelheid Schmitz / Arbeitsstelle Neonazismus FH Düsseldorf
Verein für Friedenspädagogik Tübingen 1992

(vergriffen)
Ist ganz Deutschland ausländerfeindlich – unternimmt niemand etwas gegen Rechtsextremismus?
Viele wollen gegen Rechtsextremismus und Ausländerfeindlichkeit aktiv werden, wissen aber nicht wie. Doch längst gibt es vielfältige Initiativen und Aktivitäten, mit denen meist junge Menschen dem wachsenden Rechtsextremismus und der Ausländerfeindlichkeit entgegenwirken wollen. Die Mehrzahl dieser Projekte ist aus eigener Initiative entstanden, manchmal mit öffentlicher Unterstützung, oft aber auch ohne jede Hilfe von außen.
Übersichtlich gegliedert werden bereits erprobte und bewährte Projekte und Modelle vorgestellt, die Anstöße für ähnliche Vorhaben geben sollen. Erfahrungsberichte und Kontaktanschriften runden die Beispiele ab.