Dokumentation >Bundesweite Veranstaltung am 27. Mai 2013 in Bonn<

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Am 27.05.2013 fand die bundesweite Veranstaltung zum Gedenken an den Brandanschlag in Solingen vom 29. Mai 1993 statt.

Verschiedene Akteure aus Wissenschaft, Politik und Medien beschäftigten sich mit der zentralen Frage „Wo stehen wir 20 Jahre nach dem Brandanschlag in Solingen?“.

In der denkwürdigen Lokalität des ehemaligen Bundestages wurde zur Einführung der Tagung der Dokumentarfilm „93/13“ von Mirza Odabași gezeigt.

Im Anschluss wurde mit einer Schweigeminute den fünf Opfern des Anschlags gedacht.

Der Vorsitzende des Landesintegrationsrates NRW, Tayfun Keltek, sowie der Innenminister Ralf Jäger, stellten die Bekämpfung von Rassismus und Rechtsextremismus als gesamtgesellschaftliche Aufgabe und Herausforderung für die Politik dar.

In dem Podiumsgespräch diskutierten die sechs Teilnehmer über die Herausforderungen und Aufgaben für die Zukunft.

Die gesamte Tagung stand im Zeichen von Respekt, Tolerant und interkulturellem Dialog.

 

 

 

 

 

 

 

Familie Genç

 

 

 

 

 

 

v.l.n.r. : Dr. M. Jäger; T. Krüger; M. Odabași; R. Rose;  Prof. Dr. H. Uslucan; Prof. Dr. F. Virchow

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Bundesweite Veranstaltung

Wo stehen wir 20 Jahre nach dem Brandanschlag in Solingen?

Anlässlich des Brandanschlags von Solingen vor 20 Jahren findet am 27. Mai 2013 eine bundesweite Veranstaltung gegen Rassismus im Alten Bundestag in Bonn statt. Veranstalter sind der Forschungsschwerpunkt Rechtsextremismus der FH Düsseldorf, der Landesintegrationsrat NRW, das Zentrum für Türkeistudien und Integrationsforschung sowie der Integrationsrat der Stadt Bonn.

Gefördert wird die Veranstaltung von der Bundeszentrale für politische Bildung und dem Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen.

Veranstaltungstermin: 27. Mai 2013
Veranstaltungsort: Alter Bundestag in Bonn
Uhrzeit: 15.00-18.30  Uhr

 

Program als pdf

Veranstaltung_Bonn_27052013

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Tagungsbericht 25 Jahre Forschungsschwerpunkt Rechtsextremismus / Neonazismus – Analyse, Kritik, Intervention

Seit 25 Jahren wird am Fachbereich Sozial- und Kulturwissenschaften über Rechtsextremismus mit all seinen Facetten geforscht und berichtet. Am 5. und 6. Oktober feierte FORENA in der Jugendherberge Düsseldorf sein Jubiläum und lud Vertreter aus Wissenschaft, Praxis und Politik zu einer Fachtagung ein. Schon der Untertitel der Veranstaltung zeigte, dass der Forschungsschwerpunkt seit seiner Gründung durch Professorin Christiane Rajewsky nicht allein auf wissenschaftlicher Expertise und Dienstleistung fußt, sondern darüber hinaus seine Rolle als gesellschaftspolitischer Akteur wahrnimmt, der Politik und Praxis Unterstützung bei der Bewältigung von Problemlagen anbietet, die um das Phänomen Rechtsextremismus oszillieren.

FORENA war – daran erinnerte die Präsidentin der Fachhochschule Düsseldorf, Prof. Dr. Brigitte Grass – der erste Forschungsschwerpunkt, der an der FH durch das Wissenschaftsministerium Nordrhein-Westfalen (NRW) anerkannt wurde. Sie hob die langjährigen und vielfältigen Forschungs- und Vernetzungsaktivitäten des Forschungsschwerpunktes hervor, die einen wesentlichen Teil des Forschungsprofils der Fachhochschule darstellen.

Auch Frau Hartmann-Strünk vom NRW-Ministerium für Wissenschaft und Forschung betonte die Einzigartigkeit dieser Einrichtung für die bundesdeutsche Hochschul- und Forschungslandschaft. Forschungsbasierte und anwendungsorientierte Wissenschaft sei wichtig für die Bekämpfung von Rechtsextremismus und Rassismus als gesamtgesellschaftlicher Aufgabe. „Die am Forschungsschwerpunkt durchgeführten Forschungen und daraus entstandenen Publikationen zeigen, dass die MitarbeiterInnen von FORENA häufig neue Entwicklungen im Rechtsextremismus frühzeitig wahrgenommen haben und sich mit diesen Phänomenen systematisch befasst haben“, lobte Frau Hartmann-Strünk die hohe Kompetenz des Forschungsschwerpunktes bei dem Auf- und Nachspüren von aktuellen Entwicklungen im Bereich des Rechtsextremismus.

 

In der ersten von insgesamt drei Keynotes widmete sich Prof. Dr. Hajo Funke von der FU Berlin dem gesellschaftlichen Kontext von Rechtsextremismus. Funke zeichnete die Wechselwirkungen und Dynamiken von vier Entwicklungen nach, die prägend seien für den Rechtsextremismus in der Bundesrepublik: Die fremdenfeindliche Gewaltwelle Anfang der 90er Jahre, die Verbreitung fremdenfeindlicher Einstellungsmuster, soziale Umbrucherfahrungen und medial oft fremdenfeindlich akzentuierte Debatten um Asyl inklusive ihrer Radikalisierung durch neonazistische Kader. Kritisiert wurde in seinem Vortrag auch die „Aufheizung durch die offizielle Politik“, die den Gewalttätern als moralische Legitimation und Entlastung diene. Die große Herausforderung für Staat und Gesellschaft sieht Funke darin, die schleichende Zerstörung der Grundlagen der liberalen politischen Kultur durch den Neo-Nationalsozialismus außerhalb des politischen Machtzentrums in den Parlamenten aufzuhalten. Dazu schlägt er eine „dreifache integrierte Prävention“ vor, die Sicherheitsaspekte ebenso umfasst wie soziale und kulturelle Prävention.

Prof. Dr. Hentges von der Hochschule Fulda skizzierte anhand von drei Länderbeispielen – Deutschland, Niederlande und Ungarn – die fließenden Übergänge der Themen der Rechten und der Mitte im Politikfeld Migration. In Deutschland und den Niederlanden werde die Debatte über Migration/Integration häufig verknüpft mit einer Debatte über Islam und Islamismus. Wie sehr die Grenzen zwischen Rechts und Mitte verwischt würden, zeigten die Bücher von Sarrazin und Buschkowsky. Für eine hypothetische „Sarrazin-Partei“ gäbe es nach Einschätzung von Hentges derzeit ein Wählerpotenzial von 15-20 Prozent. Hentges berichtete weiter, dass die rechtsextreme Jobbik-Partei in Ungarn, die bei den letzten Wahlen sehr erfolgreich war, Hass gegen Fremdgruppen wie Sinti und Roma, Juden, Liberale, Sozialdemokraten, Sozialisten, Kommunisten, Kosmopoliten und Homosexuelle bündelt. Die Fremdgruppe fungiere – so Hentges – dabei als „Black Box, in der sowohl religiöse als auch vermeintlich oder tatsächlich ethnische Gruppen, aber auch politische, so genannte Feinde, mit subsumiert werden.“

 

FORENA-Nachwuchspreis

Nach den beiden Keynotes fand die Preisverleihung des FORENA-Nachwuchspreises statt, der zum ersten Mal verliehen wurde. Über den ersten Preis, der mit 1.000 Euro dotiert war, konnte sich Vivien Laumann freuen, die ihre Diplomarbeit an der FU Berlin zu den Möglichkeiten und Grenzen einer genderreflektierten Prävention von Rechtsextremismus verfasst hat. Den zweiten Preis in Höhe von 500 Euro erhielt Matthias Quent von der Friedrich-Schiller-Universität Jena für seine Magisterarbeit, in der er eine Mehrebenenanalyse rechtsextremer Einstellungen in Hessen und Thüringen durchgeführt hat. Aus den insgesamt 24 eingereichten Magister-, Diplom-, Staatsexamens- und Doktorarbeiten wurden außerdem zwei „Anerkennungspreise“ vergeben, die an Rabea Duscha und Dr. Karsten Wilke gingen.

Anlässlich der Verleihung des FORENA-Nachwuchspreises stiftete das Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen den Sonderpreis „Demokratie und Zusammenhalt in der Vielfalt“, den Anton Rütten, Abteilungsleiter Integration, erstmals an Dr. Gabriele Elverich verlieh. In seiner Laudatio würdigte er ihre hervorragende Dissertation „Demokratische Schulentwicklung – Potenziale und Grenzen einer Handlungsstrategie gegen Rechtsextremismus in der Schule“. Dabei betonte er auch die Wichtigkeit praxisorientierter Forschungsansätze zur Weiterentwicklung und Verbesserung demokratischer Prinzipien und Strukturen in allen Lebensbereichen.

Der zweite Tag wurde von Prof. Dr. Beate Küpper von der Hochschule Niederrhein eröffnet, die über die Langzeitstudie zur Gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit (GMF) referierte, in der Einstellungen wie Ausländerfeindlichkeit, Islamphobie, Antisemitismus, Sexismus und Homophobie abgefragt werden. Die Zustimmungswerte lägen meistens zwischen 20 und 45 Prozent, wobei Deutschland im europäischen Vergleich im Mittelfeld einzuordnen sei. Aber auch hier zeige sich eine auffällige Abgrenzung zur muslimischen Kultur.

 

Danach konnten die rund 50 Teilnehmenden zwischen fünf Themenforen wählen, in denen spezifische Teilaspekte von Rechtsextremismus mit weiteren Expertinnen und Experten diskutiert wurden. Das Spektrum reichte hier von antimuslimischem Rechtspopulismus über Geschlechterrollenbilder im Rechtsextremismus bis zu rechtsextremen Strömungen in türkischstämmigen Communities.

Den Abschluss bildete eine Podiumsdiskussion. Der Journalist Andreas Speit, der den Input für die Diskussion lieferte, verwies darauf, dass die Bedrohung vor allem von den Netzwerken und Verstrebungen ausgingen, die sich innerhalb und zwischen den rechtsextremen Gruppierungen und Parteien gebildet hätten und noch immer von Politik, Verfassungsschutz, Medien und Forschung unterschätzt würden. Burkhard Freier, Leiter des Verfassungsschutzes in Nordrhein-Westfalen, stimmte dem zu. Die Verschiedenartigkeit des rechtsextremen Phänomens müsste genauer und differenzierter als bisher beobachtet werden. Er kündigte an, zukünftig mehr Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in die behördliche Arbeit einzubinden und mehr personelle Rotationsverfahren einzuführen. Prof. Dr. Michaela Köttig von der FH Frankfurt/Main forderte, die lang vernachlässigte Gender-Perspektive in der aktuellen Rechtsextremismusforschung aufzugreifen und auch stärker auf Kinder zu achten, die in einem rechtsextremen Umfeld aufwachsen. Am Ende der Diskussion bekräftigte Prof. Dr. Fabian Virchow seine Forderung nach Unterstützung von FORENA als interdisziplinär aufgestellter Forschungseinrichtung mit genügend personellen und finanziellen Kapazitäten, um neue Erkenntnisse zu Rechtsextremismus zu sammeln, zu systematisieren und aufzubereiten.

 

Henning van den Brink

 

 

 

Rechtsextremismus bekämpfen – aber wie?!

Fachtagung von FORENA und dem DGB Bildungswerk : Rechtsextremismus bekämpfen – aber wie?

In der Bundesrepublik Deutschland hat sich in den letzten zwanzig Jahren eine lebendige Zivilgesellschaft herausgebildet, die eine große Bandbreite von Aktivitäten „gegen rechts“ anbietet. Auch in der Wissenschaft sind die Themen Rechtsextremismus und Rassismus präsent. Dabei erwarten Akteure und Akteurinnen der Politik, aber auch die allgemeine Öffentlichkeit von der Wissenschaft nicht nur Erklärungen entsprechender Phänomene, z.B. Radikalisierung und Gewalteskalation, sondern auch Vorschläge, wie den entsprechenden Entwicklungen wirksam begegnet werden kann.

In der Tagung soll es darum gehen, die Wirksamkeit von Projekten und Interventionen „gegen rechts“ aus der Praxis demokratischer Organisationen und der Zivilgesellschaft zu diskutieren, und einen entsprechenden Informations- und Erfahrungsaustausch mit Vertretern und Vertreterinnen der Wissenschaft zu ermöglichen.

Nähere Informationen finden sie im Tagungsflyer.

Zum Anmeldeformular kommen sie hier.

 

25 Jahre forena – analyse / kritik / intervention

Tagung am 05./06. Oktober 2012 in Düsseldorf

Sehr geehrte Damen und Herren !

In diesem Jahr existiert der auf Initiative von Prof. Christiane Rajewsky
1987 gegründete Forschungsschwerpunkt Rechtsextremismus / Neonazismus
der FH Düsseldorf – FORENA – 25 Jahre.

Ziel des Forschungsschwerpunktes war es von Beginn an, auf der Basis
kritischer wissenschaftlicher Analysen zur extremen Rechten sowie
zu Erscheinungsformen und Theorien der Ungleichheit/Ungleichwertigkeit
das Engagement für nachhaltige demokratische und zivilgesellschaftliche
Strukturen zu stärken. Mit der offiziellen Anerkennung durch das nordrhein-
westfälische Ministerium für Wissenschaft und Forschung im Jahre
1994 wurde der Bedeutung dieser Aufgaben Rechnung getragen.
Seit der Gründung widmet sich FORENA der Qualifizierung zivilgesellschaftlicher
Akteur_innen, Sozialarbeiter_innen und Pädagog_innen,
die sich – etwa in ihrem beruflichen und sozialen Umfeld –
mit Alltagsrassismus oder Aktivitäten der organisierten extremen
Rechten konfrontiert sehen. Hierfür steht in jüngerer Zeit insbesondere
das XENOS-Projekt „Born to be me – Für Vielfalt und Demokratie“.
Auch die innovativen anwendungsbezogenen Forschungen – sei es
zum Rechtspopulismus, zur Demonstrationspolitik der extremen Rechten,
zu den sogenannten Autonomen Nationalisten oder zur Reichweite
staatlicher Verbotspolitik – haben über die Fachöffentlichkeit hinaus
Interesse und Anerkennung gefunden.
Zu den neueren Entwicklungen zählen die Herausgabe der Schriftenreihe
„Edition Rechtsextremismus“, die erstmalige Ausschreibung eines
Nachwuchspreises sowie eine Intensivierung der internationalen
Forschungskooperationen.
Wir würden uns freuen, Sie bei der FORENA-Jubiläumstagung begrüßen
zu können.

Prof. Dr. Fabian Virchow
FORENA – Forschungsschwerpunkt Rechtsextremismus / Neonazismus
der FH Düsseldorf

Tagungsflyer mit Programm

Medienberichte

Tagungsbericht

Sozialrassismus

Adelheid Schmitz

Die historischen Erfahrungen zeigen: das Streben nach einer „leidfreien“ Welt war in der modernen Gesellschaft oft verbunden mit sozialrassistischen Denkweisen und Praktiken, die im Nationalsozialismus ihr extremstes Ausmaß erreichten. Die Etikettierung, Diffamierung und Ausgrenzung von Menschen als „minderwertig“, „unnütz“ oder „lebensunwert“ wurde lange vor 1933 u.a. von angesehenen Wissenschaftlern eingeleitet. Vor dem nationalsozialistischen Massenmord an jüdischen Männern, Frauen und Kindern wurden hunderttausende Menschen als „nicht lebenswert“ definiert, viele von ihnen zu Menschenversuchen missbraucht, zwangssterilisiert und ermordet.

Vor diesem Hintergrund wurde in diesem Projekt untersucht und dokumentiert, wie heute mit Menschen umgegangen wird, die keinen Platz (mehr) in der leistungsorientierten Arbeitsgesellschaft haben, die leistungsgemindert, behindert, schwerstkrank sind.
Im Rahmen von Tagungen, Seminaren, work-shops und Publikationen wurden konkrete Beispiele und Hintergründe eines aktuellen Sozialrassismus analysiert, diskutiert und dokumentiert.

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XENOS-Projekt »Born to be Me – Für Vielfalt und Demokratie«

Mit diesem Entwicklungs- und Transferprojekt wollen wir das Engagement junger Menschen für Vielfalt und Demokratie in der Berufsvorbereitungsphase stärken.

Mit praxisorientierten und lebensnahen Angeboten, Trainings und Workshops werden Fremdheitsgefühle, Vorurteile, fremdenfeindliche und rassistische Einstellungen und Verhaltensweisen sowie gesellschaftliche Ausgrenzungsmechanismen reflektiert und neue Wege der interkulturellen Verständigung erprobt. Darüber hinaus initiieren wir Maßnahmen zur Verbesserung der Bildungs- und Ausbildungschancen sowie zur Integration und Partizipation besonders benachteiligter Jugendlicher in allen gesellschaftlichen Bereichen.

Das Projekt mit der Laufzeit 2009-2012 ist in Neuss angesiedelt und wird im Rahmen des Bundesprogramms »XENOS – Integration und Vielfalt« durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales sowie durch den Europäischen Sozialfond gefördert.

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