Betrifft: „Aktion 3“: Deutsche verwerten jüdische Nachbarn.

Wolfgang Dreßen
Berlin 1998

Dokumente zur Arisierung, ausgewählt und kommentiert von Wolfgang Dreßen.

Die „Endlösung der Judenfrage“ war gründlich vorbereitet: weder das staatliche Gewaltmonopol noch die bürgerliche Ordnung wurden angetastet. Vor der Deportation teilte der zuständige Regierungspräsident jedem Juden, Erwachsenen wie Kindern, mit, daß ihr Besitz legal dem Staat „verfällt“.
Die von den Nazis mit der Verwaltung des jüdischen Besitzes betrauten Ämter haben „präzise“ gearbeitet, wie Tausende Akten der Oberfinanzdirektion Köln belegen, von denen der Historiker Wolfgang Dreßen exemplarische Dokumente für dieses Buch ausgewählt hat. Die Wohnungen wurden geräumt und neu vermietet. Immobilien taxiert und veräußert. Die IG-Farben erwarben einen jüdischen Friedhof, Schulen kauften Möbel, die Universität Bonn Bücher, „arische Nachbarn“ Teppiche, Wäsche, Kartoffeln. Speditionen verdienten am Transport von „Juden-Mobiliar“ aus Belgien, Holland oder den besetzten Gebieten in Frankreich, das in der Kölner Messehallen und anderswo versteigert wurde. Ausgebombte Familien kamen so preiswert wieder zu Tisch und Bett. Aus den Quittungen ging eindeutig hervor, daß es sich um „Eigentum des Juden / der Jüdin / verschiedener Juden“ handelte, doch offenbar hatte niemand Skrupel bei den „legalen Geschäften“.
Als wenige Überlebende nach dem 8. Mai 1945 Wiedergutmachung forderten, wiesen oft dieselben Beamten ihre Ansprüche zurück.
Diese Dokumentation stellt die herkömmliche Erinnerungskultur zum Thema „Holocaust“ in Frage und erzwingt neues Nachdenken über die Rechtmäßigkeit einer Legalität und eines Profitstrebens, die in Kauf nehmen, daß Menschen restlos verwertet werden.

Rechtsgrundlagen zur Bekämpfung des Rechtsextremismus und Neonazismus

Arbeitsstelle Neonazismus (Hrsg.)
Düsseldorf 1994

Schriftenreihe der Fachhochschule Düsseldorf 9. (vergriffen)

Für alle, die in ihrer Berufspraxis oder auch im privaten Bereich mit rechtsextremistischen Aktivitäten oder Aussagen konfrontiert sind, stellt sich die Frage, wie sie darauf direkt und kurzfristig reagieren können. Die bereits vorhandenen Gesetze und Rechtsvorschriften ermöglichen in vielen Fällen auch juristische Schritte.

Die vorliegende Sammlung informiert deshalb über Gesetze und Bestimmungen, die in der Bundesrepublik dazu verpflichten bzw. die es ermöglichen, gegen rechtsextremistische und neonazistische Aktivitäten juristisch vorzugehen. Sie sind nach verschiedenen Rechtsbereichen (Verfassungs-, Versammlungs-, Presse-, Straf-, Zivilrecht usw.) zusammengestellt und kommentiert. Fallbeispiele und einschlägige Gerichtsurteile mit Fundstellen verdeutlichen die juristische Praxis. Der Ratgeber bietet auch juristischen Laien eine Orientierung, welche allgemeinen und speziellen Rechtsgrundlagen für den Umgang mit dem Rechtsextremismus und Neonazismus existieren und welche Möglichkeiten bzw. Schwierigkeiten sich bei der praktischen Anwendung ergeben.

Was die Rechten lesen : Fünfzig rechtsextreme Zeitungen. Ziele, Inhalte, Taktik.

Astrid Lange
München 1993

Von den mehr als 130 bestehenden rechtsextremen Periodika werden hier fünfzig beschrieben und analysiert. Deren Autoren bilden trotz unterschiedlicher Partei- und Gruppenzugehörigkeit ein Netzwerk in der Absicht, in Deutschland wieder ein „politisches Klima im nationalistischen Sinne“ zu schaffen. Die Gesamtauflage der hier behandelten Presseorgane geht in die Millionen.

Wegzeichen. Initiativen gegen Rechtsextremismus und Ausländerfeindlichkeit.

Christiane Rajewsky / Adelheid Schmitz / Arbeitsstelle Neonazismus FH Düsseldorf
Verein für Friedenspädagogik Tübingen 1992

(vergriffen)
Ist ganz Deutschland ausländerfeindlich – unternimmt niemand etwas gegen Rechtsextremismus?
Viele wollen gegen Rechtsextremismus und Ausländerfeindlichkeit aktiv werden, wissen aber nicht wie. Doch längst gibt es vielfältige Initiativen und Aktivitäten, mit denen meist junge Menschen dem wachsenden Rechtsextremismus und der Ausländerfeindlichkeit entgegenwirken wollen. Die Mehrzahl dieser Projekte ist aus eigener Initiative entstanden, manchmal mit öffentlicher Unterstützung, oft aber auch ohne jede Hilfe von außen.
Übersichtlich gegliedert werden bereits erprobte und bewährte Projekte und Modelle vorgestellt, die Anstöße für ähnliche Vorhaben geben sollen. Erfahrungsberichte und Kontaktanschriften runden die Beispiele ab.