»Demonstrationspolitik« der extremen Rechten

 

Demonstrationen und Aufmärsche sind seit Mitte der 1990er Jahre erneut eine wichtige Artikulationsform der extremen Rechten. Das langfristig angelegte Forschungsprojekt untersucht den Stellenwert dieser Aktionsform unter quantitativen und qualitativen Gesichtspunkten und unter Berücksichtigung historischer Kontexte.

Ansprechpartner: Prof. Dr. Fabian Virchow

 

Publikationen (Auswahl):

Virchow, Fabian (2011): Die Demonstrationspolitik der extreme Rechten im Bundesgebiet und im Land Brandenburg, in: Kopke, Christoph (Hrsg.): Grenzen der Toleranz – Das Brandenburger Modell zur Bekämpfung des Rechtsextremismus. Potsdam, S. 83-102

Virchow, Fabian (2006): Dimensionen der ›Demonstrationspolitik‹ der extremen Rechten in der Bundesrepublik – Ein Beitrag zur Soziologie sozialer Bewegungen, in: Klärner, Andreas & Kohlstruck, Michael (Hrsg): Moderner Rechtsextremismus. Hamburg: Hamburger Edition, S. 68-10

XENOS-Projekt »Born to be Me – Für Vielfalt und Demokratie«

Mit diesem Entwicklungs- und Transferprojekt wollen wir das Engagement junger Menschen für Vielfalt und Demokratie in der Berufsvorbereitungsphase stärken.

Mit praxisorientierten und lebensnahen Angeboten, Trainings und Workshops werden Fremdheitsgefühle, Vorurteile, fremdenfeindliche und rassistische Einstellungen und Verhaltensweisen sowie gesellschaftliche Ausgrenzungsmechanismen reflektiert und neue Wege der interkulturellen Verständigung erprobt. Darüber hinaus initiieren wir Maßnahmen zur Verbesserung der Bildungs- und Ausbildungschancen sowie zur Integration und Partizipation besonders benachteiligter Jugendlicher in allen gesellschaftlichen Bereichen.

Das Projekt mit der Laufzeit 2009-2012 ist in Neuss angesiedelt und wird im Rahmen des Bundesprogramms »XENOS – Integration und Vielfalt« durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales sowie durch den Europäischen Sozialfond gefördert.

XENOS-Projekt »Born to be Me – Für Vielfalt und Demokratie« weiterlesen

Visuelle Politik der extremen Rechten

 

Die extreme Rechte setzt in großem Umfang auf die Visualisierung politischer Botschaften; ob Plakate an Hauswänden, Aufkleber an Laternenmasten oder Video-Clips im Internet – die Verbreitungsformen visueller Botschaften sind vielfältig. Das Forschungsprojekt leuchtet aus ikonographischer und ikonologischer Perspektive u.a. aus, welche politischen Deutungsmuster mit spezifischen visuellen Gestaltungsformen verbunden werden und welche transnationalen Adaptionen extrem rechter visueller Propaganda vorzufinden sind.

Ansprechpartner: Prof. Dr. Fabian Virchow

 

Publikation (in Vorbereitung):

Virchow, Fabian (Hrsg.) (2013): Visual Politics of the Far Right. Wiesbaden: Verlag für Sozialwissenschaften

Verbotspolitik gegen extrem rechte Vereinigungen

 

In der Auseinandersetzung mit extrem rechten Organisationen haben Verbotsverfahren immer wieder eine wichtige Rolle gespielt. Sie sind hinsichtlich ihrer positiven bzw. negativen Auswirkungen Gegenstand kontroverser politischer wie wissenschaftlicher Debatte, wie zuletzt das Verbotsverfahren gegen die NPD (2001/2003) verdeutlicht hat. Das gemeinsam mit dem Moses-Mendelssohn-Zentrum in Potsdam (Dr. Gideon Botsch & Dr. Christoph Kopke) durchgeführte Forschungsprojekt untersucht erstmals systematisch die 1951 einsetzende Verbotspraxis bundesdeutscher Behörden und Gerichte gegen extrem rechte Parteien und Organisationen. Auf der Grundlage einer systematischen und historiographisch informierten politikwissenschaftlichen Analyse der über siebzig Verbote liefert das Projekt neue Erkenntnisse für die wissenschaftliche und politische Auseinandersetzung um Reichweite, Grenzen und mögliche Gefahren staatlicher Verbotspolitik sowie über die Reaktionen und Lernerfolge der extremen Rechten.

Ansprechpartner: Prof. Dr. Fabian Virchow

 

Publikation (in Vorbereitung):

Virchow, Fabian & Botsch, Gideon & Kopke, Christoph (2012): »Zwischen wehrhafter Demokratie und symbolischer Politik« Staatliche Verbotspolitik gegen extrem rechte Vereinigungen in der Bundesrepublik Deutschland, 1951-2011. Wiesbaden: Verlag für Sozialwissenschaften

Rechtspopulismus als Bürgerbewegung

 

Mit der so genannten »PRO-Bewegung« ist in Nordrhein-Westfalen erstmalig eine neue Partei der extremen Rechten als getarnte Bürgerbewegung in Erscheinung getreten. Im Zuge einer Langzeituntersuchung sind zahlreiche Materialien zur Entstehung und Entwicklung dieser Gruppierung analysiert worden. In Kooperation mit dem Landesintegrationsrat NRW sowie zahlreichen kommunalen Gremien und Einrichtungen gegen Rechtsextremismus wurden zudem durch Handreichungen und Veranstaltungen präventive Handlungsmöglichkeiten gegenüber rechtspopulistischen Einflussnahmen in Nordrhein-Westfalen erörtert.

Ansprechpartner: Dipl.-Sozialwissenschaftler Alexander Häusler

 

Publikationen (Auswahl):

Häusler, Alexander (Hrsg.) (2008): Rechtspopulismus als »Bürgerbewegung«. Kampagnen gegen Islam und Moscheebau und kommunale Gegenstrategien. Wiesbaden: Verlag für Sozialwissenschaften

 

Häusler, Alexander & Killguss, Hans-Peter (Hrsg.) (2008): Feindbild Islam. Rechtspopulistische Kulturalisierung des Politischen. Dokumentation zur Fachtagung vom 13. September 2008.

Extreme Rechte in Nordrhein-Westfalen

 

Die Entwicklungen der Extremen Rechten in Nordrhein-Westfalen werden kontinuierlich erforscht und analysiert. Neue Erscheinungsformen in der Spannbreite vom Neonazismus bis hin zum Rechtspopulismus werden ausgewertet und durch Publikationen und Handreichungen öffentlich zugänglich gemacht.

In Kooperation mit dem Düsseldorfer Appell gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus, dem DGB –Region Düsseldorf-Bergisch Land, dem AStA FH Düsseldorf und dem AStA HHU ist

anlässlich der Landtagswahlen in Nordrhein-Westfalen am 9. Mai 2010 ist gemeinsam mit dem Antifa-Arbeitskreis an der Fachhochschule und dem Antirassistischen Bildungsforum Rheinland eine 60-seitige Expertise erstellt worden.

Titel: „Parteien ganz rechts. NRW und Düsseldorf vor den Landtagswahlen“
(download)

Geschlechterdimensionen von rechts

 

Ein komplementäres Geschlechterverhältnis, in dem Mann und Frau ihre angeblich naturgegebenen Aufgaben und Rollen  erfüllen, ist traditionell fester Bestandteil extrem rechten Gedankengutes. Zentrales Ziel dabei ist der Erhalt des »deutschen Volkes«. Auch vereinzelte Denkansätze für mehr Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern werden letztlich dem Gedanken der »Volksgemeinschaft« untergeordnet.

In diesem Forschungsprojekt wird analysiert, welche Erscheinungsformen und Funktionen die  Kategorie Geschlecht (Geschlechterrollen und -verhältnisse, Konstruktionen, Lebensentwürfe, Handlungsfelder) in der extremen Rechten haben und wie diese mit gesellschaftlichen Diskursen korrespondieren, die fließende Übergänge zum extrem rechten Gedankengut ermöglichen.

Ansprechpartnerinnen: Dipl.-Soz.päd. Isolde Aigner/Dipl-Soz.päd Adelheid Schmitz

 

Publikationen (Auswahl):

Aigner, Isolde (2008): Multiplikatorinnen rechten Gedankenguts. In: Wir Frauen- das feministische Blatt 02/2008, S.9-10.

Aigner, Isolde (2008): Neokonservative Einflussnahme auf den öffentlichen Diskurs um das weibliche Rollenbild (unveröffentlichte Diplomarbeit)

Schmitz, Adelheid (2010): »Walküren, Mädels, Mütter« – Frauen und Rechtsextremismus, in: Berghahn, Sabine & Schultz, Ulrike (Hrsg.): Rechtshandbuch für Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte, Hamburg: Verlag Das Höfer

Virchow, Fabian (2010): »Für Volk, Vaterland und Familie« – Männlichkeitskonstruktionen in der extremen Rechten der Gegenwart, in: Claus, Robert & Lehnert, Esther & Müller, Yves (Hrsg.): »Was ein rechter Mann ist…« Männlichkeiten im Rechtsextremismus. Berlin: Karl Dietz Verlag: 39-52

Autonome Nationalisten

Die »Autonomen Nationalisten« sind Ausdruck einer stilistischen Modernisierung des neonazistischen Lagers der extremen Rechten. Mit der provokativen Selbstbezeichnung wird auch auf die linken Autonomen und deren häufig militantes Selbstverständnis Bezug genommen. Im Rahmen des Projektes wurde das Phänomen einer fundierten Untersuchung unterzogen. Die Forschungsergebnisse wurden in Form eines Sammelbandes veröffentlicht, der die erste umfassende Untersuchung zu diesem Modernisierungstrend in der neonazistischen Szene darstellt. In zahlreichen Gremien und Einrichtungen gegen Rechtsextremismus in Nordrhein-Westfalen sind die Forschungsergebnisse vorgestellt und Handlungsmöglichkeiten im Umgang mit diesem Phänomen erörtert worden.

In Kooperation mit Dipl.-Sozialwissenschaftler Jan Schedler (Fakultät für Sozialwissenschaft der Ruhr-Universität Bochum)

Ansprechpartner: Dipl.-Soz.wiss. Alexander Häusler

 

Publikation:

Jan Schedler & Alexander Häusler (Hrsg.) (2011): Autonome Nationalisten. Neonazismus in Bewegung. Wiesbaden: Verlag für Sozialwissenschaften

Schöne, heile Welt? Biomedizin und Normierung des Menschen

Christian Mürner, Adelheid Schmitz, Udo Sierck (Hg.)
Hamburg, Berlin 2000

Der Wunsch nach einer leidfreiem Leben ist ein alter Menschheitstraum. Versuche, den Traum in Realität zu überführen, endeten im Alptraum und gingen in der Regel mit sozialrassistischen Denkweisen und Praktiken einher. Biomedizin und Biotechnologie gelten als Geschäft des neuen Jahrhunderts. Geburt, Gesundheit und Sterben geraten immer mehr unter ihre Kontrolle. Biologische Normierungen treten an die Stelle der Sozialpolitik.
Dieser Sammelband problematisiert die aktuellen Visionen von Menschen nach Maß und die mit ihnen verknüpften Ausschlußkriterien. Er enthält kritische Überlegungen zur politischen Ökonomie der Biomedizin sowie den sie begleitenden Ethikdiskursen und zeigt die Ambivalenz des zunehmend bemühten Begriffs der „Selbstbestimmung“.

Inhalt:
Christian Mürner, Adelheid Schmitz, Udo Sierck: Vorwort.

Politische Ökonomie und Visionen der Biomedizin
Ludger Weß: Der >neue Mensch< als Ware. Von der Zwangseugenik zur Konsumeugenik
Linus S. Geisler: Schamlose Schöpfer. Über die Träume und Visionen von Biowissenschaftlern
Rainer Hohlfeld: Das Zeitalter von >Genomics<. Zur politischen Ökonomie der molekularen Medizin.
Ingrid Schneider: Die Vergesellschaftung des Leibes. Verteilungs(un)gerechtigkeit in der Transplantationsmedizin.

Menschen nach Maß – Fremdbestimmung als Selbstbestimmung?
Udo Sierck: Fitnesswahn und Ausgrenzung.
Gerlef Gleiss: Behinderte Menschen – Selbstbestimmung = weniger soziale Absicherung?
Karin Griese: Kind nach Maß? Frauen und pränatale Diagnostik
Arnold Köpcke-Duttler: Fremdnützige Forschung an behinderten Menschen. Ein aktuelles Beispiel.

Zwischen Sterbegleitung und >Euthanasie<
Michael Bentfeld: Zu den Grundsätzen der ärztlichen Sterbebegleitung. Welche Auswirkungen haben sie in der Neugeborenenmedizin?
Chris Rutenfrans: Medizinische Lebensbeendigung in den Niederlanden. Erfahrungen mit praktizierter >Euthanasie<.
Erika Feyerabend: Sterben heute: Gedanken zur Euthanasie-Debatte in der Bundesrepublik.

Bioethik und gesellschaftliche Akzeptanz
Kathrin Braun: Kann man über alles reden? Bioethik und demokratischer Diskurs.